Archiv 2003
28.03.2003 Allgäuer Anzeigeblatt
Sparprobleme bei TSV Oberstdorf
Mitglieder des Sportvereins sorgen sich vor allem um die Hauptschulschwimmhalle
Oberstdorf (ga).
Breiten Raum nahmen bei der Jahresversammlung des TSV Oberstdorf die möglichen Sparmaßnahmen der Gemeinde bei Sportstätten ein. Vorsitzender Gerhard Soellinger und seine Vereinskollegen sorgten sich vor allem darüber, dass eventuell die Hauptschulschwimmhalle geschlossen werden könnte. Neuwahlen gab es nicht, aber die Leistungen des Vereins wurden ausführlich gewürdigt und treue Mitglieder geehrt.

Im Rückblick betrachtete Soellinger mit etwas Unbehagen, dass die Mitgliederzahl des Vereins auf 1983 zurückgegangen sei. Große Probleme bereite ihm der Vorschlag des Unternehmensberaters MP über die Einsparmöglichkeiten, Leistungskürzungen und zusätzlichen Einnahmequellen zur Verbesserung der Finanzsituation der Marktgemeinde.
Die Erfolge der Aktiven in den verschiedenen Abteilungen, etwa Basketball, Karate, Leichtathletik und Tischtennis, wurden nur kurz erwähnt, weil die Einzelheiten dem umfangreichen Jahresbericht zu entnehmen sind. Interessantes, wie Sportangebot, Termine und Ergebnisse, bietet auch die Internetseite des TSV unter
www.tsvoberstdorf.de.
In seiner Vorschau auf das laufende Jahr hob Soellinger besonders die Karate-Großveranstaltung „Gaschuku“ mit über 1200 Teilnehmern hervor, die vom 4. bis 9. August stattfindet.
Der Zweite Vorsitzende des Vereins, Toni Krieger, ließ einen Teil der Veranstaltungen Revue passieren, wie etwa Kinderfasching, Gebirgstäler-Halbmarathon, Leichtathletik-Abendsportfest, Nebelhornberglauf und Mountainbike-Marathon. Besonders hervorgehoben wurde das Entgegenkommen der Nebelhornbahn, im Vorfeld des Berglaufes die Athleten nach einem Trainingslauf kostenlos zu Tal fahren zu lassen.
Kassier Pius Speiser sprach von einem geringen Überschuss trotz des verregneten Dorffestes.
Die Sportabzeichen überreichte Obmann Ernst Kurz: 168 Teilnehmern wurden die sportlichen Leistungen abgenommen, darunter 93 Grundschüler. Die Ehrennadel in Gold für hervorragende Verdienste erhielt Susanne Wolf für zehn Jahre Übungsleiterin der Koronarsportgruppe. Eine Ehrennadel in Silber für 25-jährige Treue erhielten 29 Mitglieder. Die Ehrennadel in Gold für 40-jährige Vereinszugehörigkeit wurde 16 Mitgliedern verliehen. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurde Otto-Mäx Fischer ausgezeichnet.
29.5.2003 Allgäuer Anzeigeblatt
An der Spitze im Bezirk
2226 Sportabzeichen im BLSV-Kreis Oberallgäu-Kempten
Immenstadt-Stein (oh).
Volles Haus bei der Info- und Arbeitstagung der Sportabzeichenprüfer in Stein bei Immenstadt. Kreisreferent Dieter Porzenheim teilte mit, dass der BLSV-Kreis Oberallgäu-Kempten mit 2226 Sportabzeichen-Abnahmen an der Spitze im BLSV-Bezirk Schwaben (elf Sportkreise) steht.

„Ein Ergebnis, auf das alle Beteiligten stolz sein können“, betonte BLSV-Kreisvorsitzender Dietrich Winterbauer. Porzenheim ging auf die Sportabzeichen-Statistik ein. Spitzenreiter waren wieder der TSV Oberstdorf und der TV Bad Hindelang. Erfreulich sei auch, dass viele Jugendlichen teilgenommen hätten. Allein 1112 Sportabzeichen wurden an den Schulen in Fischen, Haldenwang, Oy-Mittelberg, Kempten, Sonthofen und Oberstdorf abgenommen (darunter die Mädchen-Realschule Maria Stern in Immenstadt mit 284 Sportabzeichen).
Der BLSV-Bezirksvorstand Schwaben erhofft sich für das Jahr 2003 wieder eine weitere Steigerung. Für 10 Jahre aktive Prüfertätigkeit ging das silberne Prüferabzeichen mit Urkunde an: Robert Jakob (WW Kempten), Siegbert Prestel (SC Thalkirchdorf). Für über 25 Jahre aktiver Prüfertätigkeit mit Ehrenurkunde an: Max Osterhammer (TV Sonthofen), Karl-Heinz Utz (TV/SC Sonthofen). Für über 30 Jahre aktiver Prüfertätigkeit das neue Goldene Prüferabzeichen mit Eichenlaub und Urkunde an: Adolf Fröhlich (TV Kempten 1856), Otto Holzinger (TV Immenstadt), Emil Hutter (TV Kempten 1856), Horst Kremel (TSV Blaichach), Ernst Kurz (TSV Oberstdorf), Klaus Matern (TV Hindelang), Helmut Ott (TV Immenstadt), Dieter Porzenheim (TSV Durach), Andreas Rößle (TSV Oberstdorf) und Rudolf Zingerle (ASV Martinszell).
 
11.08.2003  Allgäuer Anzeigeblatt
Hartes Training
Karatelehrgang mit über 1000 Teilnehmern in Oberstdorf
Oberstdorf (dkl).
So mancher Oberstdorfer hat sich vermutlich schon gewundert: Überall im Dorf hingen weiße Anzüge und bunte Gürtel aus Fenstern oder über Zäune, am Campingplatz, vor verschiedenen Pensionen und am Sportplatz des Gymnasiums. Des Rätsels Lösung fand sich in den Schulturnhallen in ganz Oberstdorf. Dort trainierten über 1000 Karatekämpfer bei einem internationaler Karatlehrgang, dem so genannten Gasshuku.

„Gasshuku ist japanisch und heißt auf Deutsch soviel wie ernstes Bemühen oder hartes Training“, erklärt Fritz Wendland, der Präsident des Deutschen Gasshuku-Vereins. Und hart gearbeitet wurde tatsächlich. Die Teilnehmer, die aus ganz Europa kamen, trainieren eine Woche lang täglich drei Mal. Eingeteilt waren die Teilnehmer in verschiedene Gruppen, je nach Gürtelfarbe, also nach dem jeweiligen Leistungsstand. Vom weißen Gürtel der Anfänger bis zum schwarzen Gürtel der Meister waren beim Oberstdorfer Gasshuku alle Klassen vertreten. Die Trainer kamen aus aller Welt und sind größtenteils sogar Nationaltrainer in ihrer Heimat. Auch der deutsche Karate-Bundestrainer Hideo Ochi war als Lehrer nach Oberstdorf gekommen. Das sei gerade das Besondere an der Karate Gasshuku, meint Fritz Wendland, „Bei welcher anderen Sportart hat ein Anfänger denn schon die Möglichkeit mit einem Nationaltrainer zu trainieren?“, fragt er.
Neben dem harten Training ist bei einem Gasshuku auch die Gemeinschaft der Karatekämpfer wichtig. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Karateka aus dem In- und Ausland zusammenzubringen“, sagt Wendland. Dabei sei das gemeinsame Training genauso wichtig wie die gemeinsam verbrachte Freizeit. Deshalb zählte in Oberstdorf ein Freundschaftskampf zwischen deutschen und tschechischen Karateka genauso zum Programm des Sommerkurses wie Partys im Festzelt vor dem Gymnasium. Ausgerichtet wurde der diesjährige Gasshuku von der Karateabteilung des TSV Oberstdorf.